11.06.2018

Am 11.Juni 2018 wurde die Reutlinger Feuerwehr erneut nach einem Starkregenereignis gefordert. Gegen 19:05 Uhr zog eine Gewitterfront über das Stadtgebiet. In der Folge liefen bei der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst eine Vielzahl von Einsatzmeldungen ein. In kürzester Zeit standen Straßen unter Wasser und liefen tief gelegene Geschosse voll.


Eine Person wurde in einem PKW von den Wassermassen eingeschlossen. Sie konnte von der Feuerwehr befreit werden. Im Ortsteil Sondelfingen wurde ein Baukran unterspült, vom Wasser betroffene Baustromverteiler verursachten einen zeitweisen Stromausfall im Ortsteil Sondelfingen. Am Scheibengipfentunnel, Portal Nord, löste der Starkregen einen Erdrutsch aus, der zur Vollsperrung der B 312 führte.

Im Stadtteil Betzingen trat die Echaz über die Ufer, Treibgut hatte sich vor der Brücke Hoffmannstraße angestaut. Im Ortskern kam es dadurch zu mehreren vollgelaufenen Kellern. Außer der Feuerwehr war dort auch Spezialgerät, ein Bagger, im Einsatz.

Die Pegelstände entlang der Echaz wurden durch Feuerwehrleute überwacht, nachdem die Echaz erheblich angeschwollen war. Ebenso wurden vor Ort die Wasserstände vor allen Brücken kontrolliert.  

Alle Einsätze wurden von der Führungsunterstützungseinheit der Feuerwehr aus dem  Führungszentrum der Feuerwache koordiniert.

Die Reutlinger Feuerwehr war mit allen Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr mit 30 Fahrzeugen und rund 210 Einsatzkräfte eingesetzt.

Ein weiterer Löschzug stand auf der Feuerwache in der Innenstadt für weitere Notlagen bereit. Ebenso waren im Norden und Süden der Stadt weitere Fahrzeuge als Brandschutzreserve in Bereitschaft.

Neben den durch Starkregen bedingten Einsätzen wurde im Rahmen der Überlandhilfe noch ein Brandmelderalarm im Samariterstift Pfullingen bearbeitet.

Alle zur Verfügung stehende Kräfte und technischen Geräte befinden sich im Einsatz.

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Abschlussmeldung 01.00 Uhr
 
Wenige Minuten nachdem alle Kräfte vom Brand in der Parkgarage „Am Echazufer“ am gestrigen Abend wieder in die Feuerwache eingerückt waren, zog erneut ein Unwetter, gefolgt von Starkregen, über das  Reutlinger Stadtgebiet und den Landkreis hinweg.
 
140 wetterbedingte Einsätze folgten für die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner der Stadt Reutlingen.
 
Der Führungsstab der Feuerwehr unter Leitung des Feuerwehrkommandanten nahm im Lage- und Führungszentrum der Feuerwache die Arbeit auf und koordinierte die Einsätze, alarmierte weitere Fahrzeuge und Einheiten nach.
 
Ebenso wurde der Verwaltungsstab der Stadt Reutlingen unter Leitung von Bürgermeister Kreher alarmiert. Der Verwaltungsstab organisierte die Unterstützung der städtischen Ämter vor Ort. Hand in Hand arbeiteten vor Ort die Stadtentwässerung, das Amt für Tiefbau, Grünflächen und Verkehr, das Amt für öffentliche Ordnung, die Technischen Betriebsdienste und die Feuerwehr mit ihren Kräften um die Schäden für die Betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu minimieren. Frau Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz machte sich zusammen mit Bezirksbürgermeister Thomas Keck ein Bild vom Ausmaß der Schäden vor Ort.
 
Einsatzschwerpunkte waren die Echaz im Stadtbezirk Betzingen, der Reichenbach im Stadtbezirk Sondelfingen sowie die Oststadt (Bismarck-, Charlottenstr, Kaiserstraße und Schulstraße).
 
Nachdem sich das Wetter gegen 22.00 Uhr wieder beruhigt hatte, fielen die Pegelstände der Echaz wieder. Bis 0.45 Uhr waren die letzten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr noch unterwegs, um die vollgelaufenen Keller und tieferliegenden Raume auszupumpen.
 
Bis zum Einsatzende um 01.00 Uhr waren insgesamt 33 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, 3 Fahrzeuge vom THW, 2 Spülfahrzeuge der Stadtentwässerung, 2 Kehrmaschinen und weitere Fahrzeuge der Technischen Betriebsdienste eingesetzt.
 
Zu Spitzenzeiten waren bis zu 335 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz.
 
gez.
Harald Herrmann
Diensthabender Einsatzführungsdienst