Feuer im Industriegebiet Betzenried zerstört Schreinereibetrieb

 

19.05.2015

Kurz vor 12 Uhr brach aus noch ungeklärter Ursache im Reutlinger Industriegebiet Betzenried ein Feuer auf einem Holzlagerplatz aus, das sich rasend schnell auf die angrenzende Schreinerei ausbreitete. 45 Personen mussten aus einem Körperbehindertenheim in Sicherheit gebracht werden.

 


Aufgrund der enorm hohen Wärmestrahlung bestand die Gefahr, dass sich der Brand auf das angrenzende Tageswohnheim der Körperbehindertenförderung KBF und auf das angrenzende Gasflaschenlager der Firma Öl-Ankele ausbreitete. Die Scheiben des Tageswohnheim waren bereits gesprungen, die Außenwand stand kurz vor der Entflammung. Aus diesem Grunde wurden in der Erstphase des Einsatzes 45 teilweise im Rollstuhl sitzende Personen evakuiert. 
 
Um 12.01 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst die Meldung über einen Brand in der Erwin-Seiz-Straße ein. Bereits auf der Anfahrt des Löschzuges der Berufsfeuerwehr war eine starke Rauchentwicklung erkennbar. Der diensthabende Einsatzleiter ließ deshalb die Alarmstufe erhöhen und einen weiteren Löschzug sowie den Einsatzführungsdienst alarmieren.
 
Beim Eintreffen brannte das Holzlager in voller Ausdehnung. Der Brand hatte bereits auf die Schreinerei übergegriffen. Es bestand zudem die Gefahr, dass sich der Brand aufgrund der enormen Wärmestrahlung auf das Gebäude der KBF und auf das Gasflaschenlager überzugreifen drohte.
 
Zusammen mit der Polizei und den 15 Betreuern wurden 27 behinderte Menschen in Sicherheit gebracht und in einer angrenzenden Produktionshalle vom Deutschen Roten Kreuz betreut.
 
Von der Feuerwehr wurden zwei Riegelstellungen, eine zum Gebäude der KBF und eine zweite zum Gasflaschenlager der Firma Öl-Ankele mit großvolumigen Löschrohren vorgenommen. Parallel dazu wurde die Löschwasserversorgung sichergestellt.
 
Der Einsatzleiter ließ zwei weitere Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehrabteilungen und der Freiwilligen Feuerwehr Pfullingen nachfordern. Über zwei Drehleitern und eine Hubarbeitsbühne wurde die Brandbekämpfung mit Wasserwerfern aufgenommen.
 
Gegen 13.15 Uhr war die Gefahr der weiteren Brandausbreitung gebannt, so dass die Feuerwehr sich auf das weitere Ablöschen des Werkstattgebäudes und des Holzlagerplatz konzentrieren konnte.
 
Um an den Brandherd zu gelangen, der sich im Spitzboden des Daches der Schreinerei hineingefressen hatte, musste ein Bagger angefordert werden. Mit dem Bagger wurde das Blechdach abgehoben, damit die Feuerwehr an den Brand herankommen konnte.
 
Aufgrund der Rauchwolke, die sich Richtung Eningen ausbreitete, wurde ein Messfahrzeug der Feuerwehr eingesetzt, um eventuell weiterführende Maßnahmen oder Warnungen zu erkunden. Sowohl am Ortseingang Eningen als auch am Ursulabergtunnel konnten von der Feuerwehr aufgrund der starken Verdünnung der Luft keine Schadstoffe mehr nachgewiesen werden.
 
Zur Brandbekämpfung, Sicherstellung der Wasserversorgung und zu den Logistikaufgaben wurden von der Feuerwehr 185 Einsatzkräfte eingesetzt.
 
Im Einsatz waren neben der Berufsfeuerwehr die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte, Betzingen, Sondelfingen, Ohmenhausen, Oferdingen, Degerschlacht und Sickenhausen, die Führungsunterstützungseinheit und die Gefahrstoffeinheit im Einsatz. Ebenso wurde die Feuerwehr Reutlingen durch einen Löschzug der Feuerwehr Pfullingen unterstützt. Die Feuerwache in der Hauffstraße wurde durch weitere Abteilungen für Folgeeinsätze nachbesetzt.
 
Das Deutsche Rote Kreuz war mit dem Regelrettungsdienst, mit der Schnelleinsatzgruppe und den DRK-Ortsvereinen aus Reutlingen und Pfullingen mit einem Leitenden Notarzt, 2 weiteren Notärzten und 46 Einsatzkräften vor Ort, um die behinderten Personen zu betreuen. Eine Person aus der Nachbarschaft musste mit einer leichten Verbrennung in die Klinik eingeliefert werden.
 
Die Polizei musste umfangreiche Absperrmaßnahmen im Umfeld der Einsatzstelle durchführen. Insgesamt waren von der Polizei 60 Einsatzkräfte sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Mit dem Polizeihubschrauber konnte auch die Ausbreitung der Rauchwolke beobachtet werden. Ebenso konnte vom Feuerwehr-Einsatzleiter eine Erkundung aus der Luft durchgeführt werden. Das Kriminalkommissariat Reutlingen hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
 
Im Umfeld der Einsatzstelle wurden die Arbeiten im Scheibengipfeltunnel eingestellt und die Bauarbeiter von der Firma Bögl in einen sicheren, rauchfreien Bereich gebracht. Vorsorglich wurde ebenfalls der Ursualbergtunnel gesperrt, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass leichte Rauchschwaden in den Tunnel gelangen und die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten.
 
Über den Stand der Löscharbeiten informierte sich Bürgermeister Alexander Kreher sowie Kreisbrandmeister Wolfram Auch vor Ort. Vom Landratsamt wurde das Umweltamt informiert. Das Klärwerk wurde wegen des abfließenden Löschwasser-Schaumgemisch verständigt. Ebenso wurde die FairNetz GmbH sowie die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft informiert, die den Busverkehr umleiten musste.

 

Bilder folgen.

 

Redakteur / Urheber :

Feuerwehr Reutlingen, Amtsleiter Harald Hermann